Bild vom Hamburger Fernsehturm mit Bäumen im Vordergrund

Verantwortung für Mensch und Umwelt

Nachhaltigkeit
4 min

Der Kurs ist gesetzt

Ökostrom, Jobräder für Mitarbeitende, Ladesäulen für Elektroautos, saisonal und regional ausgerichtetes Catering, Wassersprudler statt Plastikflaschen, kreislauffähige und wiederverwendbare Teppiche, CO2-Bilanzierung, LED-Beleuchtung: Dies sind nur einige der vielen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die die Hamburg Messe und Congress GmbH bereits umgesetzt hat. Nachzulesen sind diese im Nachhaltigkeitsbericht nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), den die Messegesellschaft seit 2020 alle zwei Jahre verpflichtend veröffentlicht.

Darüber hinaus hat sich die HMC als Unterzeichnerin der „Net Zero Carbon Events”-Initiative angeschlossen. Diese steht für eine weltweite Zusammenarbeit der Veranstaltungsindustrie mit dem Ziel, die Herausforderungen der globalen Klimakrise gemeinsam zu bewältigen. Zudem ist die HMC Mitglied der UmweltPartnerschaft Hamburg und Unterzeichnerin der Klima-Partner-Vereinbarung, die sukzessive fortgeschrieben wird. Es ist also viel in Bewegung in punkto Nachhaltigkeit. Und das wird auch so bleiben. Denn Nachhaltigkeit ist ein Prozess, der Zeit braucht und immer weiter gedeihen muss.
Blick aus dem Park Planten un Blomen auf das CCH - Congress Center Hamburg
Ein Recycling-Zeichen im Rasen
Hannah Kindler blickt in Richtung Kamera
„Nur wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich die komplexen Herausforderungen unserer Zeit angehen.“
Hannah Kindler,
Referentin Nachhaltigkeit

Ein wesentlicher Baustein in diesem Prozess ist die Schaffung einer ersten Vollzeitstelle für Nachhaltigkeit bei der HMC. Seit Anfang 2023 bekleidet diese Hannah Kindler. Die gebürtige Hamburgerin verfügt über einen Masterabschluss in „Management und Entrepreneurship“ der für ihren Nachhaltigkeitsfokus bekannten Leuphana Universität in Lüneburg und war zuvor bereits für die Messegesellschaft tätig. Erst als Praktikantin, dann als Werkstudentin und jetzt als Referentin unterstützt sie Sabine Off, die 2013 zusätzlich das Amt der Nachhaltigkeitsbeauftragten übernommen hatte, beim Auf- und Ausbau des Nachhaltigkeitsmanagements der HMC.

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. So steht es schon im Brundtland-Bericht von 1987. Im Unternehmenskontext bedeutet das, nicht Gewinne zu erzielen, die dann in Umwelt- und Sozialprojekte fließen, sondern Gewinne bereits umwelt- und sozialverträglich zu erwirtschaften. Damit ist Nachhaltigkeit ein Querschnittsthema, das alle Bereiche unseres Unternehmens betrifft“, erklärt die Expertin, die besonders die Vielseitigkeit der Branche anspricht. Denn an Messen als Treiber für nachhaltige Transformation hänge viel. „Ihre Relevanz als Treffpunkt für Macherinnen und Visionäre sowie als Plattform für Vernetzung und Innovationen ist enorm.“

Für die HMC engagiert sich Hannah Kindler unter anderem auch im Netzwerk Nachhaltigkeit der öffentlichen Unternehmen Hamburgs und im AUMA-Arbeitskreis Nachhaltigkeit. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich die komplexen Herausforderungen unserer Zeit angehen“, sagt sie.

Einer der jüngsten und wichtigsten Sprosse des sich im Wachstum befindlichen HMC-Nachhaltigkeitsprozesses ist die Entwicklung einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsstrategie. Diese soll als Grundlage und Leitfaden für zukünftige strategische Entscheidungen dienen, wenn es um die schrittweise Implementierung weiterer Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern entlang der gesamten HMC-Wertschöpfungskette geht.

„Wir haben zum Beispiel auch unsere Lieferantinnen und Lieferanten, unsere Mitarbeitenden, die Technik, den Einkauf und den Vertrieb im Blick“, so Hannah Kindler. „Als eine der ersten Messe- und Kongressgesellschaften mit einer Nachhaltigkeitsstrategie ist der Kurs gesetzt, damit wir unsere Position als nachhaltig aufgestelltes Unternehmen weiter ausbauen können und auch auf die großen neuen europäischen Regulierungen, die da auf uns zurollen, vorbereitet sind.“

Die Dynamik ist groß: Eine zweite Vollzeitstelle ist bereits ausgeschrieben, als nächstes soll ein integriertes Klimaschutzkonzept implementiert werden. Außerdem wird derzeit die vollflächige Installation von Photovoltaikmodulen auf den Hallendächern geprüft. Hannah Kindler: „Die Projekte werden größer – und damit auch die Herausforderungen und Chancen für unseren Beitrag zu weiterer nachhaltiger Entwicklung.“

Parkplätze mit Ladestationen im neuen CCH
Ladestationen der Hamburg Messe und Congress im neuen CCH
Nachhaltigkeit
5 min
Ein aktuelles Einzelportrait von Michael Arfmann
Ein älteres Bild von Michael Arfmann
Michael Arfmann heute und damals

Der allererste Lehrling verlässt die HMC nach mehr als 45 Jahren

Er ist königlicher Berater, Besonderer Freund des Stammes der Crow und Ehrendoktor der Universitas Petropolitanae von St. Petersburg – es ist eine beeindruckende Titelsammlung, die Michael Arfmann als Objekt-, später Projektleiter bei der Hamburg Messe und Congress GmbH in seinem Berufsleben zusammengetragen hat. Ebenso beeindruckend ist die Zahl seiner Dienstjahre. Nachdem er sich gegen 360 Mitbewerberinnen und -bewerber durchgesetzt hatte, trat Michael Arfmann als erster Lehrling der HMC überhaupt am 1. August 1977 seine Ausbildung zum Bürokaufmann an und blieb 45 Jahre und fünf Monate im Unternehmen, bevor er sich Ende 2022 in den Ruhestand verabschiedete – wohl ein Firmenrekord für die Ewigkeit, obwohl ihm zwischenzeitlich mehr als 220 junge Frauen und Männer als Auszubildende bei der HMC nachgefolgt sind.

Im Jahr 1977 ist Hamburg eine Hochburg des Punkrocks, der HSV wird Europapokalsieger und an der Elbe feiert man im Mai zum allerersten Mal den Hafengeburtstag, der ab 1994 alljährlich von der HMC organisiert wird. Der neue Elbtunnel ist gerade zwei, die Köhlbrandbrücke drei, das CCH vier und das Unternehmen Hamburg Messe und Congress GmbH fünf Jahre alt.

Die Autos heißen Käfer, Taunus oder Kadett. Auf den Bürgersteigen bilden sich regelmäßig Schlangen vor Telefonzellen, und an jeder Ecke hängt ein Zigarettenautomat. Eilige Nachrichten rattern in den Büros per Lochstreifen aus den Fernschreibern, und Messen werden durch Einträge in große Bücher organisiert. „Jedes Telefonat nach außerhalb mussten wir damals in der Zentrale anmelden, und der Austausch mit den Austellerinnen und Ausstellern erfolgte per Brief. Da dauerte es bis zu jeder Antwort immer ein paar Tage. Aber funktioniert haben die Messen auch“, erinnert sich Michael Arfmann, der auf die Frage nach der größten Veränderung in seinem Berufsleben sofort „der Computer“ sagt.

Ein altes Bild von Michael Arfmann mit Luftballons
Messebesuchende auf einer Rolltreppe bei einem Rundgang

Dabei gab es reichlich Veränderungen. Michael Arfmann betreute so unterschiedliche Messen wie die DACH und WAND, die Buch Hamburg, eine home², die Hamburger Motorradtage, die RENOVA in Dresden, die Hansetec in St. Petersburg, die NORTEC, die Nordbüro, oder die mineralien – um nur einige zu nennen. Dabei bediente er immer zwei Welten, kombinierte Technik und Phantasie so, dass seine Messen gleichzeitig informierten und berührten. Eine Sternstunde seines frühen Berufslebens war der Einsatz als Objektleiter im Deutschen Haus bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul, das von der HMC organisiert und betrieben wurde.

Doch das Beste sollte noch kommen. „Die 90er-Jahre waren mein Jahrzehnt“, resümiert der 1959 Geborene, dem 1993 von der Universität in St. Petersburg die Ehrendoktorwürde verliehen wurde: für eine Arbeit zum Thema „Konversion“, also zur Umwandlung und zivilen Nutzung von ehemaligem Kriegsgerät – ein Thema, das fast 30 Jahre später auf traurige Art wieder aktuell ist.

Zwei Jahre später wird Michael Arfmann von Joseph Medicine Crow, dem Chief des Stammes der Krähen, zum Besonderen Freund des Stammes ernannt – an einem geschichtsträchtigen Ort, dem Little Bighorn im US-Bundesstaat Montana. Der Chief und der Hamburger hatten sich kennengelernt, weil Arfmann eine Ausstellung zum Thema „Indianer – Ureinwohner Nordamerikas“ vorbereitete. Die Ausstellung gab es nie, die Freundschaft bestand viele Jahre.

Der letzte große Titel zum Königlichen Berater von König Bansah, Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah, König von Hohoe Gbi Traditional Ghana, hing dagegen eng mit einer Messe zusammen, die Michael Arfmann viele Jahre betreut und weiterentwickelt hat: der mineralien, einer Messe für Schmuck und Gestein, deren Partner die Ghanaer 2011 waren.

Ein wirkliches Kunststück gelang Michael Arfmann bereits 2008, als er die kränkelnde NordElektro mit der SHK zur GET Nord zusammenführte, nachdem er erfolgreich die Widerstände der Branchen Elektro, Sanitär, Heizung und Klima gebrochen hatte. Das Konzept der GET Nord ist bis heute in Europa einzigartig und überaus erfolgreich.

Vielleicht auch deshalb, weil Michael Arfmann nie davor zurückschreckte, scheinbar Unpassendes zusammenzubringen. So finden sich auf der Rednerliste der Senatsempfänge zur GET Nord der Bergsteiger Reinhold Messner, der Astronaut Prof. Dr. Ulrich Walter, der Philosoph Richard David Precht, die Schiedsrichterlegende Urs Meier und der Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Man braucht schon etwas Phantasie, um sie mit Badewannen, Lichtschaltern und Wasserhähnen in Verbindung zu bringen.

Apropos Wasser: Als in Hamburg einige U-Boote zu tief getaucht waren, rief Michael Arfmann die Feuerwehr, bestellte Pizza für alle und ordnete für sein Team Nachtarbeit an. Was war geschehen? Als Projektleiter war Arfmann auch viele Jahre für die Messe Modellbauwelt zuständig, in deren riesigen Wasserbecken Modellschiffe vorgeführt wurden. Dabei tauchten einige Modell-U-Boote so tief, dass sie die Folie beschädigten. Das Wasser musste abgepumpt, die Folie über Nacht geflickt und das Wasserbecken bis zum Morgen wieder gefüllt werden. Eigentlich nicht überraschend, dass Michael Arfmann, ohne zu zögern, mit „Ja, sofort!“ antwortet, wenn er gefragt wird, ob er sich bei der Berufswahl wieder für die Messe entscheiden würde. „Für mich gibt es keine spannendere Branche. Man hat mit einer riesigen Bandbreite an Themen und Menschen zu tun…“

Michael Arfmann mit einem Plakat der GET Nord 2008  in der Hand
„Für mich gibt es keine spannendere Branche. Man hat mit einer riesigen Bandbreite an Themen und Menschen zu tun…“
Michael Arfmann,
Allererster HMC-Lehrling
Nachhaltigkeit
3 min

Auf jeder Messe: Klimaschutz ist immer Thema

Messen wie die H2EXPO & CONFERENCE oder die WindEnergy Hamburg tragen das Ziel Energiewende, Versorgungssicherheit und Klimaschutz beinahe schon im Namen. Aber es sind bei Weitem nicht die einzigen Veranstaltungen, die sich intensiv einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben haben. Ganz im Gegenteil: Es findet sich kaum eine Messe, auf der die Reduzierung von Treibhausgasen, eine nachhaltige Produktion und ein Höchstmaß an Energieeffizienz keine Themen sind.

Besuchende vor einem Messestand der WindEnergy 2022
WindEnergy Hamburg 2022
Ein Besucher mit einer VR-Brille auf der SMM 2022
SMM 2022

So lautete das Leitmotiv der 30. SMM im Jahr 2022 „Driving the maritime transition“. Dahinter steht das ehrgeizige Ziel der Branche, die internationale Schifffahrt bis 2050 klimaneutral zu machen. Dafür werden schnell innovative und praktikable Lösungen gebraucht – insbesondere was Antriebstechnologien und alternative Brennstoffe betrifft. Die SMM ist seit nunmehr 60 Jahren der Ort, an dem solche Neuheiten erstmals einem breiten Publikum präsentiert werden.

Dabei reicht die Bandbreite von strömungsoptimierten Schiffspropellern über neue Brennstoffzellenkonzepte, Hybridsysteme bis zu Motoren, die mit E-Methanol laufen. Ein weiteres Thema ist das Retrofitting, also die Nachrüstung, der aktuell rund 60.000 Handelsschiffe weltweit, um diese schrittweise umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten. Dabei spielen Automatisierung, Digitalisierung und Datenmanagement tragende Rollen.

Um die Digitalisierung der Genehmigungsverfahren ging es unter anderem auf der WindEnergy Hamburg 2022, bei deren Eröffnung Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, die herausragende Bedeutung der Windenergie für die künftige Versorgungssicherheit noch einmal deutlich unterstrich: „Ich freue mich sehr, die Weltleitmesse für Windenergie an Land und auf See hier in Hamburg eröffnen zu dürfen. Die Bedeutung der Windenergie und der Ausbau erneuerbarer Energien insgesamt ist heute dringlicher und wichtiger denn je. Eine beschleunigte Energiewende ist das A und O für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa“, sagte er. Und so war es nur folgerichtig, dass die neue Veranstaltung H2EXPO & CONFERENCE während der WindEnergy Hamburg ihre Premiere feierte.

Wärmewende, ressourcenschonendes Bauen, Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene waren einige der zentralen Themen der GET Nord, die im Berichtsjahr einmal mehr eindrucksvoll zeigte, welche aktuellen Themen im Fokus der Gebäudeenergietechnik stehen und welche Lösungen durch die Vernetzung der Gewerke Elektro, Sanitär, Heizung und Klima möglich sind.

Das ist auch dringend geboten, denn der Gebäudesektor zählt nach Angaben des Umweltbundesamts mit rund 115 Millionen Tonnen CO2 und etwa 230 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfällen pro Jahr zu den größten Emittenten von Treibhausgasen und ist einer der größten Müllverursacher in Deutschland.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck auf dem Rednerpult zur Eröffnung der WindEnergy 2022
Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck eröffnete die WindEnergy Hamburg 2022
Ziele und Handeln
2 min
Plastikflaschen werden in einen Recyclingsammelbehälter gelegt
Das CCH-Gebäude
Ein Windrad im Sonnenschein

Diese Maßnahmen sind schon jetzt Programm

Von Ökostrom bis Catering: Mit einer Reihe eigener Maßnahmen sorgen wir dafür, dass ein Besuch unserer Messen und anderer Veranstaltungen zu einem immer nachhaltigeren Erlebnis wird. Hier einige Beispiele:

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