Partygäste bei dem Event OFF THE RECORD der INTERNORGA 2023

Die Party danach belebt das Geschäft

Magazin
6 min
Drei Menschen in Kostümen auf Stelzen
Ein DJ legt auf
Oben: INTERNORGA OFF THE RECORD
Unten: Wine o’clock zur WindEnergy Hamburg

Die Party danach belebt das Geschäft

Sie heißen Wine-o-clock, OFF THE RECORD oder einfach Get-Together und Discoabend. Beschreiben tun sie alle das Gleiche: den Spaß, den Austausch und das gemeinsame Feiern am Ende eines langen Messetages. Neu daran ist, dass die gesamte Messegemeinde zu diesen Partys eingeladen ist. Wo bislang Ausstellende individuell ihre ausgewählten Kundinnen und Kunden zu traditionellen Standpartys im kleinen Kreis luden, feiern nun Besuchende, Standpersonal, Dienstleistende und Ausstellende gemeinsam.

Aber warum die Feiern? Sind Messen nicht vor allem Leistungsschauen mit einem Fokus aufs Geschäft? Grundsätzlich schon. Doch in Zeiten, in denen die Präsentation von neuen Produkten vielfach auch digital geschehen könnte, rückt der Netzwerkgedanke als zweite wichtige Säule der physischen Messen immer stärker in den Fokus. Auch deshalb sieht sich die HMC ausdrücklich als Plattform für Vernetzung und Innovation.

„Wir erhöhen den Spaßfaktor – und das ist bei Weitem kein Selbstzweck. Spaß ist ein wichtiger Treiber für die Qualität einer Veranstaltung“, sagt Claus Ulrich Selbach, der als Geschäftsbereichsleiter für ein halbes Dutzend HMC-Messen verantwortlich ist. Darunter auch die Weltleitmessen SMM, the leading international maritime trade fair und WindEnergy Hamburg. Auf beiden Veranstaltungen wurde 2022 erstmals an den Messeabenden zum Wine-o-clock geladen, nachdem das Format zuvor auf kleineren Messen erprobt worden war.

Ab 17 Uhr gab es an unterschiedlichen Orten in den Messehallen Bier, Wein, Softdrinks und Brezeln für Besuchende und Ausstellende. „Wir möchten unsere Besucherinnen und Besucher ausdrücklich länger auf dem Gelände halten und sie nicht um Punkt 18 Uhr rausschmeißen. So lässt sich der Austausch in entspannter Atmosphäre vertiefen“, sagt Selbach, der künftig auch mehr Konferenzprogramm „in die Hallen“ tragen möchte. Dafür will er das Konzept der Open Stages ausbauen, auf denen Expertise frei zugänglich für alle Messebesuchenden vermittelt wird.

Schlicht Get-Together heißt das Event bei der HAMBURG OPEN, dem Innovations- und Networking-Event für Technik- und Kreativschaffende der Broadcast- und Medientechnikbranche, das den Anspruch schon im Untertitel trägt. Folgerichtig befindet sich die großzügige Networking-Area im Zentrum der Halle. „Die HAMBURG OPEN ist keine normale Messe, sondern ein Event, das von seiner einzigartigen familiären, entspannten Atmosphäre sowie seinem Networking lebt. Diesen Charakter wollen wir mit dem Get-Together betonen“, erklärt Daniel Schmitt, Leiter Business Development der Hamburg Messe und Congress.

Zwei Männer im Gespräch bei HAMBURG OPEN 2022
HAMBURG OPEN 2022
Ein DJ bei der PHOTOPIA 2022 mit Blick zu den feiernden Gästen
Live-DJ bei der PHOTOPIA 2022

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt das Team der PHOTOPIA, Festival of Imaging. Hier wird der Bereich rund um die Hauptbühne, auf der dann bekannte DJs auflegen, an zwei Abenden nach Messeschluss zur Konzerthalle. „Das unterstreicht den Festivalcharakter und lässt uns ganz neue Zielgruppen erreichen“, erklärt Melina Paeper, Projektleiterin PHOTOPIA. Denn im Gegensatz zu anderen Messen, bei denen die Eintrittskarte zur Teilnahme an den Networking-Veranstaltungen berechtigt, werden die rund 2.000 Konzerttickets der PHOTOPIA separat verkauft – als Kombitickets, die auch einen Messebesuch ermöglichen. „So wecken wir bei Menschen Interesse, die bislang vielleicht gar nicht auf die Idee gekommen sind, die PHOTOPIA zu besuchen. Hinzu kommt, dass die DJs über ihre Social-Media-Kanäle eine sehr hohe Reichweite haben und zusätzlich neugierig machen.“

Eine ganze Halle hat die traditionsreiche Gastronomiemesse INTERNORGA im Jahr 2023 für ihre Afterwork-Lounge OFF THE RECORD hergerichtet und Ausstellende und Besuchende eingeladen, die Tage entspannt ausklingen zu lassen. An drei Abenden warteten eine spektakuläre 20 Meter lange Bar, chillige Loungebereiche, Drinks, Snacks und Musik vom Live-DJ auf das INTERNORGA-Publikum.

„Eine Absage, ein Digital-Event und eine Verschiebung – das ist die Bilanz der INTERNORGA 2020, 2021 und 2022. Wir mussten und wollten eine richtig geile Messe 2023 abliefern“, erinnert sich Projektleiter Matthias Balz. „Gastronomie und Hotellerie haben wie die Messebranche unter der Corona-Pandemie besonders gelitten. Deshalb war es unser Wunsch, für die Menschen auch inspirierende Abende zu gestalten.“ Offenbar mit Erfolg. „Viele Ausstellende haben beinahe gerührt gesagt: Was ihr für uns auf die Beine gestellt habt… Ein schöneres Lob gibt es nicht“, sagt Balz.

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